
Eine Hauptverkehrsstraße mit Vorbildcharakter
Im Rahmen des Forschungsprojekts BlueGreenStreets der HafenCity Universität diente der Recha-Lübke-Damm übergangsweise als Reallabor für klimaresiliente Straßenräume. Bei der Neugestaltung der Hauptverkehrsstraße wurde ein neuer Ansatz gewählt. Heute gilt sie als eine der Vorzeigestraßen der blau-grünen Stadtentwicklung und dient als Vorbild für zahlreiche weitere Straßen.
Recha-Lübke-Damm
Im Zuge der umfassenden Sanierung des Recha-Lübke-Damms wurde die Neuaufteilung des Verkehrsraums mit der Nutzung des Regenwassers in den Grünflächen verknüpft. Ziel war es, Regenwasser nicht einfach abzuleiten, sondern weitestgehend vor Ort zurückzuhalten.
Die Sanierung wurde wissenschaftlich vom Forschungsprojekt BlueGreenStreets der HafenCity Universität Hamburg begleitet. In einem Reallabor wurden verschiedene Konzepte für klimaangepasste Straßenräume direkt erprobt und in die Planung integriert. Das Ergebnis ist eine Kombination mehrerer blau-grüner Maßnahmen:
1. Versickerungsmulden: Unbelastetes Regenwasser von Geh- und Radwegen wird gezielt in begrünte Mulden geleitet, wo es zur natürlichen Bewässerung und Versickerung beiträgt. Belebte Bodenzonen reinigen das Wasser zusätzlich.
2. Trennung belasteter und unbelasteter Abflüsse: Oberflächenwasser der Fahrbahn, das potenziell Schadstoffe enthält, wird weiterhin über die Kanalisation abgeleitet und vorgereinigt.
3. Retentionsflächen und Grüninseln: Diese Elemente erhöhen die Wasserspeicherkapazität im Straßenraum, entlasten das Sielsystem bei Starkregen und fördern die Grundwasserneubildung.
4. Wasserdurchlässige Beläge und Flächenentsiegelung: Auf den Parkplatzflächen am Straßenrand sind TTE®-Multifunktionsflächen aus recyceltem Kunststoff zum Einsatz gekommen. Sie bestehen aus einem stabilen Gittersystem, das begrünt werden kann, sodass sie die Bodenfunktionen verbessern und eine natürliche Versickerung ermöglichen.
5. Hydrologisch optimierte Baumstandorte: Die Standorte der 56 neu gepflanzten Bäume wurden so angelegt, dass das Regenwasser von der Straße oberflächlich in die Baumgruben fließen kann. Das erhöht die Wasserversorgung der Bäume. Durch Verschattung und Verdunstung leisten sie außerdem einen aktiven Beitrag zur Minderung des Wärmeinseleffekts.
Mit diesen wissenschaftlich fundierten Maßnahmen werden neue Maßstäbe für die klimaresiliente Straßensanierung in bestehenden Stadtquartieren gesetzt und wertvolle Impulse für zukünftige Infrastrukturprojekte in Hamburg gegeben.
Links zum Thema
- Adresse
Recha-Lübke-Damm
20097 Hamburg - Fertigstellung
2025
- Bezirk
- Hamburg-Mitte
- Projektbeteiligte
- Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG)
- Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM)
- HafenCity Universität (HCU)
- Art der Anlage
- Straßenraum
- Zweck
- Maßnahmen







