
Grüne Straße im Grünen Netz
Die Luise-Schröder-Straße in Hamburg-Altona wurde in den 1950er Jahren im Sinne einer autogerechten Stadt gebaut – und etwa 75 Jahre später mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet! Denn statt einer dreispurigen Einbahnstraße findet man dort heute einen zweispurigen Grünstreifen, der die zwei breiten Radwege von der Autospur in der Mitte abgrenzen.
Louise-Schröder-Straße
Sanierung als Chance für die Schwammstadt
Die ohnehin sanierungsbedürftige Straße bot die ideale Gelegenheit, sie nicht nur verkehrlich neu zu denken, sondern auch als Teil der blau-grünen Infrastruktur Hamburgs weiterzuentwickeln. Wo zuvor ein Bruch im Grünzug Neu-Altona klaffte, wurde wieder eine Verbindung hergestellt. Die Straße bettet sich jetzt in das städtische Grün ein. Ihre Umgestaltung schafft nicht nur eine neue Freiraumqualität, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas und der Biodiversität.
Insgesamt wurden rund 3700 Quadratmeter Fläche entsiegelt, wodurch die Einleitung von Regenwasser in die Kanalisation um etwa 8100 Quadratmeter reduziert werden konnte – das entspricht mehr als einem Fußballfeld. Die Geh- und Radwege entwässern, wo möglich, direkt in angrenzende Grünflächen. Spezielle, wasserspeichernde Substrate sorgen dafür, dass Regenwasser verzögert versickert und die Vegetation vital bleibt. So wird nicht nur das Mikroklima verbessert, sondern auch die Kanalisation entlastet – ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung von Mischwasserüberläufen bei Starkregen.
Die neue Gestaltung setzt außerdem auf vielfältige Begrünung: 71 neue Bäume und 5 Großsträucher wurden gepflanzt. Die Bäume sind mit Sensoren ausgestattet, die digital anzeigen, wann sie gewässert werden müssen – das optimiert die externe Bewässerung und verringert den Wasserbedarf. Die Grünflächen fördern die Artenvielfalt, bieten Lebensraum für Insekten und verbessern das Stadtklima. Durch den Einsatz mehrjähriger Stauden, Zwiebeln und extensiver Wiesenansaat entstehen zudem geringe Unterhaltungs- und Betriebskosten.
Auch bei der Bauausführung wurde auf Nachhaltigkeit geachtet. Es kamen Ersatzbaustoffe zum Einsatz und vor Ort verfügbare Materialien wurden wiederverwendet. Verkehrlich wurde die ehemals dreispurige Straße deutlich reduziert – heute gibt es nur noch einen Kfz-Streifen stadtauswärts, dafür aber zwei drei Meter breite Fahrradstreifen und großzügige, barrierefreie Gehwege. Die neue Gestaltung fördert damit die umweltfreundliche Mobilität und schafft eine hohe Aufenthaltsqualität für alle Nutzerinnen und Nutzer. Dafür wurde die Luise-Schröder-Straße mit dem Deutschen Fahrradpreis 2025 ausgezeichnet.
- Adresse
Louise-Schröder-Straße
22767 Hamburg - Fertigstellung
2024
- Bezirk
- Altona
- Projektbeteiligte
- Bezirk Altona
- Art der Anlage
- Straßenraum
- Zweck
- Maßnahmen











