
Tiefbeet-Rigole (Versickerungsbeet)
Die Tiefbeet-Rigole kombiniert ein begrüntes Beet mit einer unterirdischen Rigole zur Regenwasserversickerung. Das Wasser wird zunächst im Tiefbeet aufgestaut und gereinigt, bevor es in die darunter liegende Rigole gelangt, die als zusätzlicher Speicher dient. Diese Methode findet hauptsächlich in innerstädtischen Bereichen zur Entwässerung von Straßen und Plätzen oder bei wenig versickerungsfähigem Boden Anwendung.
- Zweck
Versickerung
- Flächenbedarf
4 bis 5 Prozent der angeschlossenen Fläche
- Unterhaltung
Pflege von Grün- und Rasenflächen, Mahd, Kontrolle der Schächte
- Effekte
- Wasserhaushalt
- Reinigungsleistung
- Stadtklima
- Biodiversität
- Starkregenvorsorge
Die Tiefbeet-Rigole ist eine Sonderform der Mulden-Rigole. Statt einer Mulde wird ein mit Steinen oder Beton eingefasstes begrüntes Beet über einer Rigole angeordnet.
In dem Tiefbeet kann das Niederschlagswasser kurzfristig aufgestaut werden, um dann durch bewachsenen Oberboden zu versickern und gereinigt zu werden. Die darunter liegende Rigole entspricht einem zweiten Speicher, von dem aus das Wasser langsam in den Untergrund versickert.
Ihre Anwendung findet die Tiefbeet-Rigole hauptsächlich in innerstädtischen Bereichen zur Entwässerung von Straßen und Platzflächen.
Ausgestaltung
Die Einfassung des begrünten Tiefbeetes erfolgt in der Regel mit vorgefertigten Betonelementen. Damit kann sich das Wasser zwischen 5 und 30 Zentimeter tief einstauen. Unterhalb des Tiefbeetes erfolgt der Einbau einer Rigole mit gewaschenem Kies mit der Körnung von 8/16 Millimetern oder 16/32 Millimetern oder mit Hohlkörpern aus Kunststoffboxen. Zum Schutz des Grundwassers vor Verunreinigung ist ein Mindestabstand von einem Meter zwischen Unterkante der Rigole und dem mittleren höchsten Grundwasserstand einzuhalten.
Flächenbedarf
Eine Tiefbeet-Rigole benötigt eine Versickerungsfläche von circa 4 bis 5 Prozent der angeschlossenen undurchlässigen Fläche.
Der Flächenbedarf kann, wie beim Mulden-Rigolen-Element, durch einen Muldenüberlauf reduziert werden. Der Überlauf dient dazu, überschüssiges Regenwasser bei Starkregenereignissen direkt in den Rigolenspeicher einzuleiten.
Bodendurchlässigkeit
Nach einer (kurzzeitigen) Speicherung wird das Wasser aus der Rigole in den Untergrund versickert. Der mittlere Wasserdurchlässigkeitsbeiwert (kf) der Bodenschicht unterhalb der Rigolensohle muss kf ≥ 1 x 10-6 Meter pro Sekunde betragen. Bei Böden mit geringerer Durchlässigkeit muss das Niederschlagswasser, das nicht versickert werden kann, gedrosselt abgeleitet werden.
Sicherheit
Zur Sicherung im Straßenraum und Gehwegbereich muss das Tiefbeet optisch und taktil, das heißt über den Tastsinn, wahrnehmbar sein. Das kann zum Beispiel durch leichte Aufkantungen, Poller oder einen Wechsel des Belags erreicht werden.
Kombinationsmöglichkeiten
Die Kombinationen mit anderen Versickerungsarten oder auch Regenwasserspeicher- und nutzungsanlagen (zum Beispiel Zisternen oder Regentonnen) ist möglich.
Genehmigung, Erlaubnis und Anzeige
Versickerungsanlagen sind grundsätzlich erlaubnispflichtig. Bei Versickerungsanlagen auf Wohngrundstücken mit einer angeschlossenen Fläche kleiner 250 Quadratmeter genügt die Anzeige bei der Umweltbehörde, vorausgesetzt die Bedingungen zur Gewährleistung des Grundwasserschutzes werden eingehalten. Näheres kann auf den verlinkten Behördenwebseiten nachgelesen werden.
Falls die Ableitung in eine weitere Vorflut erfolgt, ist eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der zuständigen Wasserbehörde (für die Einleitung in Gewässer) oder eine Einleitgenehmigung (für die Einleitung ins Siel) nach dem Hamburgischen Abwassergesetz einzuholen.
Wartung und Unterhaltung
Die Unterhaltung gestaltet sich wie bei einer Versickerungsmulde aus der Pflege der Grünfläche. Mindestens einmal jährlich ist eine Mahd erforderlich, bei der das Mähgut und Gehölzsämlinge entfernt werden sollten. Für die Rigole ist eine Kontrolle der Schächte auf Verunreinigung und Verstopfung sowie eine Kontrolle und Reinigung der Zuläufe mindestens einmal jährlich erforderlich.
Geld sparen!
Für versiegelte Grundstücksflächen, wie beispielsweise gepflasterte Hofflächen oder Dächer, die an ein Tiefbeet ohne Notüberlauf in das Siel angeschlossen sind, entfällt die Niederschlagswassergebühr. Gibt es einen Notüberlauf, wird 50 Prozent der Fläche zur Berechnung der Niederschlagswassergebühr herangezogen. Der Notüberlauf ist oberirdisch und offen sichtbar zu installieren bis zur Anbindung an den Anschluss zum Regen- oder Mischwassersiel.
Mehr Grün!
Mit der Tiefbeet-Rigole können zusätzliche Vegetationsflächen auch in innerstädtischen Bereichen und an Straßen integriert werden. Die Tiefbeet-Rigole dient damit zur Verbesserung des Kleinklimas und der biologischen Vielfalt in der Stadt.
Verkehrsberuhigend!
Die Tiefbeet-Rigole kann zusätzlich als Element der Verkehrsberuhigung dienen.
Weniger Risiko bei Starkregen!
Die Rigole kann bei ausreichender Größe das Überflutungsrisiko deutlich verringern.

Wasserhaushalt
Durch die Tiefbeet-Rigole wird das Regenwasser zwischengespeichert und über eine flächige Verdunstung und eine Versickerung in den lokalen Wasserkreislauf zurückgeführt.
Wasserqualität
Das Regenwasser wird über die belebte Bodenzone gereinigt. Das Tiefbeet kann analog zu einer Mulde, je nach Ausführung und Art der Bepflanzung, eine hohe stoffliche Reinigungswirkung entwickeln. Beim Einsatz des Überlaufs, zum Beispiel bei einem Starkregenereignis, entfällt der Reinigungsschritt allerdings, da die Reinigung über die belebte Bodenzone entfällt.
Rückhalt des Wassers
Durch die verzögerte Ableitung, Verdunstung und Versickerung des Regenwassers werden Siele und Oberflächengewässer entlastet.
Grün & Klima
Die Tiefbeet-Rigole kann mit standortgerechtem Rasen, Stauden oder niedrigen Sträuchern bepflanzt werden. Das eingeleitete Wasser ist für Flora und Fauna bedingt verfügbar, da das pflanzenverfügbare Wasser aus den Rigolen gegebenenfalls außerhalb des Wurzelbereichs in den Boden versickert.
Die Verdunstung des Regenwassers hat einen kühlenden Effekt auf die Umgebungstemperatur.
Je nach Bauweise der Tiefbeet-Einfassung und der Rigole ist mit Kosten in Höhe von circa 45 bis 100 Euro pro Quadratmeter angeschlossener, undurchlässiger Fläche zu rechnen.
Hinweis
Alle Inhalte beruhen auf dem aktuellen Kenntnisstand unserer Fachexpertinnen und Fachexperten und stellen eine Empfehlung dar. Die Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ersetzen keine Regelwerke und es wird keine Haftung für die Inhalte übernommen.







