
Himmelfahrt als Wegweiser zur Starkregenvorsorge
Als ein Starkregen ein Wohnhaus im Dünenweg unterspülte, war klar: Hier muss sich etwas ändern. Die Baugenossenschaft Bergedorf-Bille hat die Gelegenheit genutzt und das Quartier klimaresilient umgestaltet.
Quartier Dünenweg
Starkregenereignis zu Himmelfahrt 2018
Während an den Landungsbrücken der alljährliche Hafengeburtstag bei Sonnenschein gefeiert wurde, ging Hamburg Lohbrügge regelrecht unter. Bei diesem Starkregenereignis am 10. Mai 2018 fielen dort innerhalb weniger Stunden über 80 Liter Regen pro Quadratmeter. Das ist etwa eine volle Badewanne! So viel Regenwasser konnten die öffentlichen Siele nicht aufnehmen, so dass sich das Wasser erst auf den Straßen sammelte und dann mit dem Gefälle in Richtung der naheliegenden Gewässer strömte. Im Dünenweg haben die Wassermassen und die hohe Fließgeschwindigkeit Sedimente am Geesthang so stark abgetragen, dass ein Anwohnerparkplatz weggerissen und ein Wohnhaus unterspült wurde. Dabei entstand ein fünf Meter tiefer Graben. Das Haus war danach akut einsturzgefährdet und die Bewohnerinnen und Bewohner mussten evakuiert werden.
Sanierung und Umgestaltung der Freianlagen
Anstatt das Gebäude abzureißen, wurde es nach dem Starkregen grundsaniert und das Entwässerungskonzept sowie die Freiraumgestaltung der Wohnanlage neu gedacht. Die Schwachstelle im Bereich des Parkplatzes wurde durch ein komplexes, unterirdisches Rückhaltesystem beseitigt. Die neue Entwässerungsführung leitet anfallendes Regenwasser nun kontrolliert entlang einer Mulde am Gebäude vorbei und über die Parkplatzflächen in ein Rückhaltebecken. Hinzu kommen bauliche Schutzmaßnahmen wie erhöhte Bordsteine, hochwassersichere Abfahrten, Podeste vor den Hauseingängen sowie eine leistungsfähige Versickerungsanlage, die große Wassermengen abpuffern kann, wenn das Sielnetz überlastet ist.
Neue Außenanlagen auch für die Nachbarschaft
Im Anschluss wurde auch das umgebende Wohnquartier umfassend erneuert. Im Zuge der energetischen Sanierung aller Gebäude entstand ein grüner und klimaangepasster Außenbereich, der nicht nur Entwässerungsfunktionen übernimmt, sondern auch die Aufenthaltsqualität verbessert. Die Baugenossenschaft Bergedorf-Bille setzte dabei auf ein neues Verständnis von Freiraum: mehr Versickerung, mehr Artenvielfalt und eine stärkere Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner bei der Gestaltung.
Zu den umgesetzten Maßnahmen gehören unter anderem bepflanzte Versickerungsmulden, Rigolen, offene Rinnen zur Ableitung, wassergebundene Wegedecken, Blühflächen und klimawandelverträgliche Neupflanzungen, Terrassengärten und Hochbeete sowie neu angelegte Spiel- und Aufenthaltsflächen.
Solche Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung sind ein Teil des Klimaschutzkonzeptes der Baugenossenschaft Bergedorf-Bille. Auch in anderen Wohnanlagen hat die Genossenschaft begonnen, Maßnahmen zum Starkregenschutz umzusetzen.
- Adresse
Dünenweg
21033 Hamburg - Fertigstellung
2021
- Bezirk
- Bergedorf
- Projektbeteiligte
- Bezirk Bergedorf
- Gemeinnützige Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG
- SPALINK-SIEVERS Landschaftsarchitekten
- Art der Anlage
- Quartiere
- Grünanlagen
- Zweck
- Maßnahmen










