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Park bietet Schutz vor Starkregen

In der Neuen Mitte Altona übernimmt der Quartierspark eine besondere Funktion: Die zentrale Parkanlage ist so gestaltet, dass sie bei Starkregenereignissen große Wassermengen sicher aufnehmen und zurückhalten kann. Damit ist sie ein zentrales Element des Entwässerungskonzepts für das gesamte Quartier – ein cleverer Schritt für die Starkregenvorsorge in der Stadt.

Neue Mitte Altona

Durch die Verlegung des Regional- und Fernbahnhofs Altona zur bisherigen S-Bahn Haltestelle Diebsteich ist in Altona auf Flächen ehemaliger Rangier- und Abstellgleise sowie Güterhallen Platz für ein neues Viertel geschaffen worden. Die erste Hälfte des Neubaugebietes, welches Ottensen und die Altona Altstadt wieder verbinden soll, wurde 2019 fertiggestellt.

Park schützt vor Starkregen

Im Zentrum des Wohnquartiers Mitte Altona liegt eine großzügig gestaltete Parkanlage, die sowohl Raum für Erholung als auch Schutz vor Starkregen bietet. Eine große Rasenfläche lädt zum Spielen und Verweilen ein. Sie ist im Norden durch breite begrünte Stufen eingefasst, die nicht nur als bequeme Sitzgelegenheit dienen, sondern auch einen notwendigen Höhenunterschied schaffen. Am tiefsten Punkt des Parks, direkt unter der letzten Stufe, befinden sich vier große Auslässe, aus denen Regenwasser in den Park fließen kann. Bei Starkregen wird die Grünfläche somit temporär zur Rückhaltefläche, auf der sich das Wasser kontrolliert ausbreiten und zurückgehalten werden kann.

Nach Süden hin steigt das Gelände sanft an und fügt sich harmonisch an die höher gelegene Parkanlage und die Straße An der Kleiderkasse an. Durch die Gestaltung des Parks wurde sowohl den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner nach mehr Freiraum als auch dem Bedarf nach Rückhalt des anfallenden Regenwassers Rechnung getragen, um das städtische Sielnetz im Starkregenfall zu entlasten. Für diesen innovativen Ansatz, der Funktionalität und Aufenthaltsqualität vereint, wurde die Anlage 2021 mit dem Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis in der Kategorie Wohnumfeld ausgezeichnet. 

Ganzheitliches Entwässerungskonzept für das Quartier

Der Park ist das Herzstück des Entwässerungssystems, doch das Regenwassermanagement der Neuen Mitte Altona ist weit umfassender gedacht. Das im ganzen Quartier anfallende Regenwasser wird möglichst dezentral und naturnah bewirtschaftet – also vor Ort gehalten, gespeichert und bestenfalls auch versickert. Das System leitet somit nur indirekt in das städtische Sielnetz ein. Alle Neubauten sind mit extensiven Gründächern ausgestattet, die durch eine mindestens 15cm starke Substratschicht zur dezentralen Rückhaltung beitragen. Die Innenhöfe sind bis auf Fußwege, Spielplätze und Gemeinschaftsbereiche umfänglich bepflanzt und in Teilen mit durchlässigen Bodenbelägen versehen. 

Regenwasser, das nicht dezentral zurückgehalten werden kann, wird unterirdisch in Richtung Park geleitet und gelangt über die Auslässe in der Treppe auf die Rasenfläche. An normalen Regentagen sammelt sich dort aber wenig bis gar kein Wasser an – nur bei Starkregenereignissen wird seine zweite Funktion sichtbar. Die meiste Zeit ist der Park einfach nur ein Park. 

Diese Kombination aus technischer Funktion und gestalterischer Qualität sorgt dafür, dass das Quartier einerseits bei extremen Wetterereignissen sicher bleibt und gleichzeitig ein attraktives Wohnumfeld mit angenehmen Mikroklima bietet.

  • Adresse

    Emma-Poel-Straße
    22765 Hamburg

  • Fertigstellung

    2019

  • Bezirk
    • Altona
  • Projektbeteiligte
    • ARGE bestehend aus PANTA, ECE, Behrendt Wohnungsbau, Aurelis Real Estate, Krebs und Herde Landschaftsarchitekten
  • Art der Anlage
    • Grünanlagen
    • Quartiere
    • Sportanlagen
  • Zweck
    • Versickerung
    • Speicherung, Rückhalt und Nutzung
  • Maßnahmen
    • Retentionsfläche
    • Versickerungsanlage
    • Dachbegrünung