Neue Karten zum Wasserhaushalt in Hamburg

Zum Denken an Regen
Lesezeit: 2 min

Die BUKEA stellt neue Karten zum Wasserhaushalt Hamburg bereit. Sie zeigen Grundwasserneubildung, Direktabfluss und tatsächliche Verdunstung sowie die Abweichung dieser Komponenten vom naturnahen Referenzzustand.

Warum der Wasserhaushalt wichtig ist

In einem naturnahen Wasserhaushalt versickert der Niederschlag zu großen Teilen im Boden und wird gespeichert. Dadurch trägt er zur Grundwasserneubildung bei. Ein weiterer Anteil verdunstet über Böden, Gewässer und Vegetation. Nur ein geringer Teil fließt unmittelbar oberflächlich ab.

Im dicht bebauten Stadtgebiet ist dieser natürliche Kreislauf häufig verändert: Versiegelte Flächen, Gebäude, Verkehrswege und veränderte Nutzungen führen dazu, dass Regenwasser weniger versickern und verdunsten kann. Stattdessen steigt der Direktabfluss. Dies kann die Belastung der Entwässerungssysteme erhöhen, Überflutungsrisiken bei Starkregen verstärken und die Kühlwirkung der Verdunstung verringern.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels gewinnt eine differenzierte Betrachtung dieser Prozesse weiter an Bedeutung. Die neuen Karten helfen dabei, lokale Besonderheiten zu erkennen und Maßnahmen gezielt auszurichten – etwa zur Regenwasserrückhaltung, Entsiegelung, Begrünung oder Versickerung.

Was zeigen die neuen Karten?

Für die Betrachtung des Ist-Zustands stehen im Webdienst folgende Layer zur Verfügung:

  • Mittlere jährliche Grundwasserneubildung (1991–2019)

  • Direktabfluss – mittlere Rate (1991–2020)

  • Tatsächliche Verdunstung – mittlere Rate (1991–2020)

  • Abweichung des Wasserhaushalts vom naturnahen Zustand

Zusätzlich sind folgende Layer verfügbar:

  • Grundwasserneubildung des hydrologischen Jahres 2019 [Min]

  • Grundwasserneubildung des hydrologischen Jahres 2008 [Max]

  • Mittlere jährliche Grundwasserneubildung (1961–1990, Klimareferenzperiode)

Die Karten basieren auf dem Wasserhaushaltsmodell mGROWA des Forschungszentrums Jülich aus dem Jahr 2021.

Ergänzung der Referenzwerte

Die neuen Karten erweitern die im Vorjahr veröffentlichten Referenzwerte zum „Naturnahen Wasserhaushalt“ um konkrete Informationen zum Ist-Zustand und zum Vergleich mit dem Referenzzustand.

Die Daten liegen in einer räumlichen Auflösung von 25 × 25 Metern vor. Damit ermöglichen sie eine präzisere Analyse der aktuellen sowie der gewünschten hydrologischen Prozesse im Hamburger Stadtgebiet.

 

In dieser Grafik wird ein naturnaher Wasserhaushalt veranschaulicht. Ein städtisches Quartier ist abgebildet, dass durch viele verschiedene Maßnahmen wie Gründächer, Rückhalteräume für Regen und Versickerungsanlagen dafür sorgt, dass die Wasserhaushaltskomponenten Verdunstung und Versickerung höher ausfallen als der Abfluss von Regenwasser

Im naturnahen Zustand des Wasserhaushalts fließt nur noch ein geringer Anteil des Niederschlags ab, während der Großteil verdunstet und versickert. Das hat viele Vorteile für Mensch und Natur. Grafik: BUKEA Wasserwirtschaft