Deutschlands erster Regenspielplatz eröffnet

(25.10.2013) Im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek ist heute Nachmittag Deutschlands erster Regenspielplatz eröffnet worden. Der Spielplatz zeichnet sich dadurch aus, dass er eine öffentliche Fläche mehrfach nutzt. Zusätzlich zur klassischen Funktion eines Spielplatzes, Kindern einen Ort zum Spielen zu bieten, leistet er einen Beitrag zur Entwässerung des Stadtteils. Möglich machen das ein Sickergraben und eine Regenwassermulde, die auf der Fläche verlaufen. Bei Starkregen nimmt das System überschüssiges Regenwasser aus dem Sielnetz auf und leitet es kontrolliert zu einem angrenzenden Brunnenschutzgebiet des kommunalen Ver- und Entsorgers HAMBURG WASSER. Dort versickert das Wasser und trägt zur Grundwasserneubildung bei.

Wesentliches Element des Gestaltungskonzepts des Spielplatzes ist die Flutmulde, über die das Regenwasser zum Sickergraben und in das Brunnenschutzgebiet fließt. Spezielle Spielgeräte entlang der Flutmulde laden zum Spielen mit dem Wasser ein und machen den Wasserkreislauf für Groß und Klein erlebbar. Zusätzliche Informationstafeln informieren über den Zusammenhang von Regen, Versickerung und Grundwasserneubildung. „Der Regenspielplatz bringt eine Vielzahl positiver Effekte“, sagte Klaus Krieger, zuständiger Abteilungsleiter bei HAMBURG WASSER. „Er schließt den Wasserkreislauf in der Stadt und optimiert den Überflutungsschutz für das Regensielnetz im Stadtteil. Aber das Beste: Es ist der erste Spielplatz, auf dem Kinder besonders gut bei Schietwetter spielen können.“

Der Ansatz der Mehrfachnutzung von Flächen wird in Hamburg stadtweit im RISA-Projekt (RegenInfraStrukturAnpassung) verfolgt. Maßgebliches Ziel von RISA ist ein neuer Umgang mit dem Regen in der Stadt. Dieser soll künftig nach Möglichkeit seltener über die Kanalisation abgeleitet werden. Stattdessen werden naturnahe Lösungen gesucht, die Verdunstung und Versickerung des Regenwassers ermöglichen. Flächenpotenziale, die eine Mehrfachnutzung erlauben, sollen künftig frühzeitig identifiziert werden. Das RISA-Projekt wird gemeinsam von HAMBURG WASSER und der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt vorangetrieben.