Gewässerschutz

Der Schutz der Gewässer hat für Hamburg besondere Bedeutung. Elbe, Alster und die vielen anderen Flüsse, Kanäle, Fleete, Bäche und Gräben prägen das Stadtbild und sind für die Lebensqualität der Grünen Metropole am Wasser von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig stellen Fließ- und Stillgewässer wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen dar – ihr Schutz ist daher von großer Bedeutung. Nach den Vorgaben der EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) und des deutschen Wasserrechts müssen sie so bewirtschaftet werden, dass jede vermeidbare Beeinträchtigung ihrer ökologischen Funktionen unterbleibt.

Regenwasser in einer Großstadt ist in zweifacher Hinsicht ein Problem für die Gewässer. Zum einen führen die vielen versiegelten Flächen zu erheblichen Veränderungen des Abflussverhaltens. Die natürliche Wasserführung der Gewässer wird beeinflusst („hydraulischer Stress“) und schon bei normalem Regen steigt die Wassermenge und Fließgeschwindigkeit gerade auch in kleinen Bächen deutlich. Bei starkem Regen können Kleinlebewesen und Fische mit der Flutwelle weggeschwemmt und so der Bestand nachhaltig geschädigt werden. Andererseits kann es bei lang anhaltendem Schönwetter dazu kommen, dass Bäche zu wenig Wasser führen oder ganz trocken fallen.

Zum anderen belasten die direkten Einleitungen von Regenwasser von verschmutzten Flächen und stark befahrenen Straßen die Gewässer mit Schadstoffen. Das Straßenabwasser wird vorwiegend durch Schwermetalle aus der Treibstoffstoffverbrennung, dem Brems- und Reifenabrieb, Tropfverlusten und Fahrbahnabrieb verunreinigt.

Um dieser Belastung entgegen zu wirken, werden im Projekt RISA neue Lösungen im Umgang mit Regenwasser entwickelt. Ziel ist, sowohl die Wasserqualität des eingeleiteten Wassers zu verbessern als auch den hydraulischen Stress zu reduzieren.

Möglichkeiten der Regenwasserbehandlung, also der Reinigung des Regenwassers vor der Einleitung in ein Gewässer oder in das Grundwasser, bieten beispielsweise technische Behandlungsverfahren oder die einfache Versickerung des Regenwassers durch eine bewachsene Bodenschicht.

Regenwasserbewirtschaftung, wie zum Beispiel durch Rückhaltebecken, offene Oberflächenentwässerungskonzepte und Versickerungsanlagen tragen dazu bei, die punktförmig eingetragenen Belastungen für die Fließgewässer durch Rückhaltung zu mindern. Außerdem sollen dort, wo es möglich ist, die natürlichen Auenbereiche der Gewässer wieder angebunden werden.